LACUNA

Ich bin Churer durch und durch. Meine Heimat sind die Blöcke der Neustadt sowie „der Berg und grüne Wälderkranz“ um die Stadt herum. Aufgewachsen bin ich in der Lacuna, für die Ausbildung zog ich weg und dann gleich wieder zurück. Lange wohnte ich an der Ringstrasse neben der Eisenbahnlinie, jetzt an der Kasernenstrasse im Foral. Ich kenne unsere Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Und wie viele Churerinnen und Churer stand auch ich lange nicht auf der Sonnenseite des Lebens.

Mein Vater war Metallschlosser, meine Mutter Pflegerin. Ich war sieben Jahre alt, als sie sich scheiden liessen. Eine schwere Zeit für unsere Familie. Insbesondere für meine Mutter, die fortan alleinerziehend war. Sie arbeitete viel und verdiente dennoch so wenig, dass sie meine Brüder und mich nur knapp über die Runden brachte. Aber ich habe deswegen nicht nur Schlechtes erlebt! Weil wir uns keine Ferien leisten konnten verbrachten wir die meisten Ferien in den Bergen, halfen in SAC Hütten oder Bauern beim Bergheuen und konnten dafür praktisch gratis dort sein. Bereits ab der vierten Klasse verbrachte ich auf eigenen Wunsch den Sommer dann ganz alleine mit einem alten Hirten auf der Haldensteiner Galtviehalp am Calanda. Das waren wunderschöne Zeiten, die mich sehr positiv prägten.

Aber zurück in der Stadt war das Leben hart. Wie so oft bei Menschen in Armut, wollte es meine Mutter selber schaffen, nahm Hilfe kaum an und zerbrach letztlich am Druck: meine Mutter wurde arbeitsunfähig und litt an Suchtproblemen – Alkohol und Medikamente. Wir waren oft unbetreut oder einer Mutter in desolatem Zustand ausgesetzt. Die Situation nagte auch an meiner Leistung in der Schule. Die dritte Klasse musste ich repetieren. Als kleiner Junge wurde mir spätestens jetzt klar, dass ich kein Kind aus der Mitte der Gesellschaft war. Ich lebte an ihrem Rand.

SCHULE

Wirkliche Unterstützung haben wir von niemandem bekommen. Aber die Schule war für mich ein sicherer Hafen. Ein Stück Normalität. Insbesondere eine Lehrperson wurde zu meinem Vorbild. Ich erkannte schon als Kind, dass mein Leben dank der Schule besser war und legte mich ins Zeug. Meine schulischen Leistungen verbesserten sich nachhaltig. Mit der Unterstützung der Katholischen Kirchgemeinde konnte ich nach einem Jahr Sekundarschule sogar meinem ältesten Bruder nach Disentis ins Gymnasium folgen. Dort fand ich sichere Strukturen und war gleich zu Beginn unter den Klassenbesten. Das machte mich stolz, gab mir Selbstvertrauen und stärkte meinen Willen. 1993 schaffte ich die Matura. Doch familiär gab es weiterhin viel Schmerz – drei Monate vor den Maturaprüfungen verstarb meine Mutter schliesslich an Krebs.

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Nach dem Gymnasium habe ich ein Studium in Fribourg begonnen, brach dieses nach zwei Jahren aber ab, nicht zuletzt weil mein Lebensunterhalt nicht gesichert war. Ich suchte einen anderen Weg und fand ihn: berufsbegleitend – immer mindestens in einer 80%-Anstellung – habe ich Soziale Arbeit an der Fachhochschule Zürich studiert, ein paar Jahre später einen Weiterbildungsmaster in Sozialrecht und in diesem Frühjahr noch einen Master of Business Adminstration MBA an der Wirtschaftsuniversität Wien abgeschlossen. Trotz Führungsverantwortung im Beruf und Vaterpflichten wollte ich meine Führungskompetenzen stärken und mich auch ökonomisch bilden. Denn ich bin überzeugt, dass soziales Engagement ohne Wirtschaftskompetenz nicht nachhaltig sein kann.

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Ich habe schon früher bei der Stadt Chur und beim Kantonalen Sozialamt gearbeitet, war dann Beratungsstellenleiter bei Pro Infirmis. Heute leite ich die Abteilung Prävention, Beratung und Betreuung der Sozialen Dienste der Stadt Chur. Wir sind dazu da, das Leben von Familien einfacher zu machen und die Bildungschancen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu erhöhen. Es gefällt mir, meine Erfahrungen und Kompetenzen für echte Solidarität mit sozial Schwächeren einzusetzen und zugleich im Interesse aller Steuerzahlenden kostenbewusst und effizient zu arbeiten.

Neben Schule, Ausbildung und Beruf habe ich mich immer auch ökologisch, sozial und kulturell engagiert. Als erstes gründete ich schon am Gymnasium eine Umweltschutzgruppe mit dem Namen „Macha statt schwätza“. Armut und Not, Solidarität, Fleiss, Neugier, Engagement und stetige Weiterbildung – das gehört zu meinem Werdegang. Das sind meine Werte. Als Vater, Berufsmann und Politiker.

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Warum erzähle ich Ihnen das? Weil die Churerinnen und Churer das Recht haben, zu wissen, woher ein Stadtratskandidat kommt und ob er weiss, was es heisst hart zu arbeiten und doch die Rechnungen nicht bezahlen zu können? Und weil mein Werdegang zeigt – und darauf bin ich stolz –, dass man trotz schlechten Startbedingungen viel erreichen kann.

Aber: Ich habe das nicht alleine geschafft. Viele Menschen haben mich dabei unterstützt: Engagierte Lehrpersonen, die Katholische Kirchgemeinde, Personen in der Familie und im Umfeld, viele Freundinnen und Freunde und in den letzten Jahren vor allem meine wunderbare Frau, die Liebe meines Lebens, und meine beiden Kinder, die mir täglich Kraft geben. Ohne diese Menschen wäre es undenkbar, dass der verunsicherte, sitzengebliebene Junge von einst heute für den Stadtrat kandidiert.

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Ich bin ein Patriot: Chur ist meine Heimat! Ich will in dieser Stadt ein Vorbild sein, aber ihren Menschen durch meinen Dienst auch etwas zurückgeben. Denn ich bin überzeugt: Chur ist dann lebenswert, wenn alle Churerinnen und Churer gemeinsam und füreinander Verantwortung übernehmen und die Politik sich für die Menschen interessiert. Chur entwickelt sich dann nachhaltig, wenn sie wirtschaftlich, sozial und ökologisch auf einem gesunden Fundament steht. Dafür setze ich mich seit meiner Jugend ein. Das ist das Fundament einer starken und lebenswerten Stadt. Diese Idee will ich in den Stadtrat hineintragen.